2026
Als Organisatorin hält Claudia Fallico seit mehreren Jahren die Ergebnisse für den Einsatz an der "Forstlandwehr" (Pilsholz) fest. Bei der aktuellen Aktion war die große Zahl der Molche erstaunlich.
Über einen Rückgang der dortigen Amphibienpopulation insgesamt konnte aber auch das nicht hinwegtäuschen.
Die beiden Zaunanlagen in Bockum-Hövel wurden von Michael Wittenborg und seinem Team betreut. In der dazugehörigen Grafik sind Erdkröten männlich und weiblich zusammengefasst. Der Vergleich der Ergebnisse ist aufschlussreich, was die Populationen von Molchen und Fröschen angeht.
2025
Die Amphibiengruppe setzte am Rande des Pilsholz einen Schutzzaun und konnte auf eine erfolgreiche Aktion zurückblicken. Fotos: C. Betken u.a.
Rückblick:
Seit 1985 engagieren wir uns im Amphibienschutz. Die Uedinghoffstraße in Heessen war die erste Straße, an der wir in abendlichen und morgendlichen Aktionen Erdkröten und Grasfrösche vor dem Überfahrenwerden bewahrten.
Viele Jahre war Udo Seifert unser Retter der Amphibien, später koordinierte Stefanie Tilg die Einsätze. Sie verlegte 2025 ihren Wohnsitz von Hamm weg und sorgte für eine gut vorbereitete Übergabe an Claudia Fallico.
Später waren die Amphienhelfer an der Ermelinghofstraße, Baumstraße, am Renninghofweg, Frielicker Weg sowie an den Straßen In der Lengde und In der Becke aktiv.
Praktisch sieht der Amphibienschutz einfach aus, ist aber mit viel Fleiß und Arbeit verbunden. Im Winter verbergen sich Erdkröten und Grasfrösche in Verstecken, in denen sie die entbehrungsreiche kalte Jahreszeit überwinden können. Sind die Bodentemperaturen auf etwa 5 Grad angestiegen, beginnt die so genannte Laichwanderung. Straßen, die sie dabei queren müssen, sind für viele Individuen die Endstation: sie werden überfahren.
Unsere Mitglieder spannen kniehohe Zäune, die dicht am Erdboden anliegen und graben alle zehn bis 15 Meter Eimer ein, in die Erdkröten und Grasfrösche (teils schon verpaart) hineinfallen. Nach der morgendlichen und abendlichen Kontrolle der Eimer werden die Tiere auf der anderen Straßenseite sicher wieder abgesetzt.
Mehrere Tausend Tiere werden so Jahr für Jahr davor bewahrt, überfahren zu werden.
Aktuell werden Schutzzäune im Hammer Süden am Forstlandwehrweg, in Bockum-Hövel An der Geinegge für einige Wochen im Februar/März mit dem "Eimertaxi" betreut. An einigen Straßen gibt es feste Fangzäune aus Holz und Querungsrillen (Tunnel) im Straßenkörper installiert worden.
Viele Jahre gab es eine umfangreiche Zaunanlage entlang der Fährstraße. Inzwischen sind an beiden Seiten der Straße gleichwertige Biotope entstanden, so dass eine Wanderung der Populationen kaum noch festzustellen ist. Außerdem besteht in Höhe des Restaurants "Bootshaus" eine der oben beschriebenen Anlagen.
Es ist im Übrigen nicht so, dass die Individuen immer nur den Teich aufsuchen, aus dem sie selber geschlüpft sind. So wählerisch dürfen sie auch nicht sein, weil es sonst die Fortpflanzung erheblich gefährden würde. Unsere Landschaft ist einem steten Wandel unterworfen. Teiche und Tümpel verschwinden, weil sie z. B. gezielt zugeschüttet werden oder einer Baumaßnahme weichen müssen. An anderer Stelle entstehen (z. B. in Bergsenkungsgebieten) von selbst oder gezielt angelegt neue Gewässer. Die Amphibien sind so flexibel, dass sie zwar die grobe Richtung zum Laichgewässer einhalten, aber auch andere Teiche als Laichgewässer annehmen, die auf ihrem Zugweg liegen.
Außerdem ist es genetisch vorgesehen, dass ein Teil einer frisch geschlüpften Generation neue Teiche aufsucht. Zur Arterhaltung ist dieses Verhalten auch zwingend notwendig. Wäre es anders, würden neue Gewässer von Amphibien nur sehr langsam oder nur durch direkte von Menschen unternommene Umsiedlungsmaßnahmen besiedelt.
Von etwa 3000 Eiern, die ein Grasfrosch in einem Laichklumpen ablegt, überstehen nur einige Hundert Einzeltiere die ersten Monate. Das erste Jahr werden etwa zehn Prozent überleben.
Um die genetisch bedingte Sterberate durch den hier sicher nicht vorgesehenen Straßentod nicht noch weiter zu senken, sehen wir unser Engagement im Amphibienschutz als sinnvoll an.