Kopfweidenpflege

Ansprechpartner
Ulrich Schölermann
Weetfelder Straße 179
59077 Hamm

Weiden gehören bei uns in Westfalen zum typischen Landschaftsbild. Oft säumen sie den Gewässerrand, kennzeichnen aber auch aus früherer Zeit die Grenzen zwischen Wiesen und Äckern in der Landwirtschaft. Früher wurden die Bäume wirtschaftlich genutzt, in erster Linie zum Flechten von Weidenkörben. Das hatte zur Folge, dass sie geschnitten wurden: aus Weiden wurden Kopfweiden, denn in etwa zwei Meter Höhe erfolgte der erste Schnitt. Hier trieben die Äste immer wieder neu aus und wurden alle Jahre beschnitten.

Aus Sicht des Naturschutzes entstand aus dieser wirtschaftlichen Nutzung aber ein positiver Nebeneffekt: an der Schnittstelle bildete sich eine Höhlung zwischen den immer wieder neuen Trieben, die vorwiegend von Steinkäuzen als Brutmöglichkeit genutzt wurde. Diese Vogelart wird mit den Kopfbäumen in Verbindung gebracht.
Das war früher so - heute ist die Technik des Körbeflechtens, die damals auf den Bauernhöfen häufig ausgeübt wurde, fast in Vergessenheit geraten. Also wurden auch die Kopfweiden in der bisherigen Form nicht mehr benötigt. Um diesen Lebenraum nicht zu gefährden und als Folge die Brutmöglichkeiten der Steinkäuze nicht zu dezimieren, übernahmen wir das Schneiteln der Kopfbäume. In allen Ortsteilen der Stadt Hamm waren wir seitdem aktiv und haben Jahr für Jahr eine unterschiedlich große Zahl von Bäumen geschnitten.

 

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