Flächenverbrauch

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche nimmt zurzeit um ca. 95 ha pro Tag zu, meist zulasten landwirtschaftlich genutzter Flächen. Mehr als 80 Prozent dieses Zuwachses dient der Erweiterung von Siedlungsflächen und weniger als 20 Prozent der Erweiterung von Verkehrsflächen.
Insgesamt ist 90 Prozent der zusätzlichen Flächeninanspruchnahme allein auf das ständige Wachstum der Siedlungsgebiete - einschließlich der dazu benötigten Verkehrsflächen - zurückzuführen.

Innerhalb der Siedlungsnutzungen dominiert derzeit der Wohnungsbau mit mehr als 45 Prozent der neuen Siedlungsflächen.
Weitere sechs Prozent der Flächeninanspruchnahme entfallen auf den Ausbau von Wegen für die Land- und Forstwirtschaft und die Naherholung.
Von den restlichen vier Prozent der Flächeninanspruchnahme, der auf einen eigenständigen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zurückzuführen ist, entfällt etwa die Hälfte auf den Neu- und Ausbau von Bundesfernstraßen.

Die restlichen Verkehrsträger spielen bei der Flächeninanspruchnahme mit einem Anteil von 0,5 Prozent praktisch keine Rolle, Bahnflächen nehmen geringfügig ab (um 0,1 Prozent-Punkte), und die übrigen Verkehrsträger (insbesondere Luftverkehr) halten einen Anteil am Gesamtwachstum von 0,6 Prozent.

Fazit: Der Freiraumverbrauch wird zu 90 Prozent durch das Wachstum der Siedlungsflächen mit der damit verbundenen Verkehrserschließung bestimmt.
Quelle: Umweltbundesamt / UBA

Entwicklung in Hamm:
Der NABU Hamm muss feststellen, dass trotz der dramatischen Entwicklung des Flächenverbrauchs die zunehmende Versiegelung der Böden und der Verbrauch der Freiräume bei kommunalen Planungen keine Rolle spielen. Es wird Freiraum verplant bei großen und kleinen Gewerbegebiets- und Wohnflächenausweisungen. Dies beschließt die Mehrheit des Rates der Stadt Hamm.

Aktuelle Beispiele aus Hamm:


Gewerbe- und Industriegebiet Weetfeld („Inlogparc"): 230 Hektar Gesamtplanung in landwirtschaftlich genutzter Fläche, die zudem für die Naherholung von großer Bedeutung ist (17,8 ha werden aktuell überplant)


Erweiterung des Gewerbeparks Uentrop

 

Ansiedlung des "Möbelkompetenzzentrums Unnaer Straße" (ca. 20 ha)

Gas- und Dampf-Kraftwerk „Trianel" in Uentrop

Im Bau befindliches 2 x 800-MW-Kraftwerk RWE Power in der Lippeaue Uentrop

Zahlreiche Bebauungspläne für Wohn- und Gewerbegebiete

Diese Entwicklung muss unbedingt gestoppt werden!

 

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