Betreute Flächen

Köhlinger Wald

Ansprechpartner
Karlheinz Jenzelewski
Eckenerstraße 2
59075 Hamm

Seit der Übernahme der Räume im Haus Busmann durch unseren Verein liegt der Köhlinger Wald fast vor der Haustür. Was lag näher, als gerade diesem Gebiet zwischen dem Dasbecker Friedhof und dem Mesenbach in Heessen besondere Aufmerksamkeit zu widmen? In freier Vereinbarung mit dem damaligen Eigentümer, dem Landwirt Schulze-Köhling, stimmte dieser einer vogelkundlichen Betreuung des Gebietes zu. Der Köhlinger Wald wurde so zum ersten Schutzgebiet des NABU in Hamm.
Das betreute Gebiet ist rund 100 Hektar groß. Es besteht aus einer kleineren Waldfläche unmittelbar nördlich des Friedhofs, dem "Kleinen Köhlinger", und aus dem größeren, zum Hof Schulze-Köhling gehörenden Teil des Ostbusches, auch "Großer Köhlinger" genannt. Der anfangs zwischen beiden Waldstücken gelegene Grünlandbereich ist mit der Aufgabe der Milchviehhaltung durch den Eigentümer in Ackerland umgewandelt worden. Das Gebiet gehört heute zum Landschaftsschutzgebiet "Dasbeck".

Besonders auf der tiefer gelegenen größeren Waldfläche zum hier noch mäandrierenden Mesenbach hin stockt ein für die schweren, staunassen Böden des Kernmünsterlandes typischer Eichenmischwald mit Stieleiche, Hainbuche, Esche und Buche.

Durch eine über lange Zeit naturnah ausgeübte Bewirtschaftung ist ein bemerkenswert strukturreicher Wald entstanden. Einige sehr alte Buchen, nun bereits in der Zerfallsphase, bereichern noch das Strukturangebot. Entsprechend artenreich hat sich die Tier- und Pflanzenwelt entwickelt. Allein bei den Vögeln konnten von uns im Gebiet bisher rund 70 Arten beobachtet werden, darunter Schwarzspecht und Mittelspecht. Für über 50 Arten wurden Brutnachweise erbracht (Siegel & Füller 1980).
Im Rahmen der Betreuung wurden für die bei den Bestandsaufnahmen erfassten Höhlenbrüter entlang des Hauptweges, der das Gebiet in weitem Bogen von Ost nach West durchquert, unterschiedliche Nisthilfen angebracht. Um Waldbesuchern Artenkenntnisse zu vermitteln, hatten wir den Weg stellenweise mit Hinweisschildern ähnlich einem Naturlehrpfad ausgestattet. Nistkästen und Beschilderung mussten jedes Jahr kontrolliert, gereinigt und bei Verlust oder Beschädigung erneuert werden.

Die aufwändige Betreuung des Lehrpfades haben wir inzwischen aufgegeben. Wir sind der Meinung, bei den zu bestimmten Anlässen und auf Wunsch - zum Beispiel an Tagen der offenen Tür - angebotenen Exkursionen lässt sich den Teilnehmern im Gespräch das Thema Wald und Naturschutz weit besser nahe bringen. Die Betreuung der Nistkästen wurde aber beibehalten. Zusätzlich wurden vor kurzem einige Fledermauskästen angebracht. Damit verfolgen wir auch pädagogische Zwecke: Neue Mitglieder und vor allem unsere Jugendlichen sollen durch ihre Mithilfe bei der Anbringung der Kästen und später bei den Kontrollen die Arten und ihre Ansprüche kennen lernen.


Ostbusch

Ansprechpartner
Karlheinz Jenzelewski
Eckenerstraße 2
59075 Hamm

Das Projektgebiet liegt in Heessen südlich des "Ostbusches" und westlich "unseres" Schutzgebietes "Köhlinger Wald". Es erstreckt sich in Ost-West-Richtung entlang des zur Münsterstraße führenden Feldweges. Die Größe der bandförmigen ehemaligen Ackerfläche beträgt 1950 Quadratmeter. Eigentümer der Fläche ist die Stadt Hamm.
Ziel des auf viele Jahre angelegten Projekts ist es, Möglichkeiten der Waldvermehrung durch Sukzession zu erkunden. Dazu wurden in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt und nach einem Gestaltungsvorschlag des NABU abgegrenzte Flächen vorgesehen, und zwar: für eine natürliche Sukzession ohne Schutz gegen Wildverbiss, für eine gesteuerte Sukzession mit Initialpflanzung ohne jeglichen Schutz, für eine Sukzession mit Initialpflanzung und mit Wildschutzzaun.
 

Die ersten Gestaltungsmaßnahmen führte unsere Jugendgruppe NAJU bereits vor Projektbeginn im Ostteil des Gebietes durch. Teilweise in mühevoller Handarbeit entstand ein Kleingewässer für Molche und Wasserinsekten. Später, zu Beginn des Projekts pflanzten unsere Aktiven 500 vom Umweltamt bereit gestellte Gehölze des Eichen-Hainbuchenwaldes, der hier als potenzielle natürliche Vegetation gilt. Entsprechend der Planung erhielt ein Teil der Pflanzfläche einen Wildschutzzaun.

Die Betreuung des Gebietes erfolgt weiterhin in Abstimmung mit dem Umweltamt. In regelmäßigen Zeitabständen werden Vegetationsaufnahmen durchgeführt und die Ergebnisse dem Umweltamt mitgeteilt. Eine ausführliche Darstellung des Projekts ist im Umweltbericht Nr. 25.9 der Stadt Hamm erfolgt, und zwar unter dem Titel: Ökologische Waldbegründung "Ostbusch" - Natürliche und gesteuerte Sukzession.

 

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