Unser Wiesengrundstück in Uentrop-Haaren

Ansprechpartner
Robert Grunau
Schäferstraße 63
59071 Hamm

Im Jahr 2000 konnte der NABU Hamm erstmals ein Grundstück als Eigentum erwerben. Es liegt im Uentroper Ortsteil Haaren südlich des Alten Uentroper Weges zwischen der Eisenbahn und dem Datteln-Hamm-Kanal und ist drei Hektar groß. Es grenzt im Süden unmittelbar an das Kanalgelände. Eigentümer des nördlich angrenzenden Geländestreifens bis zur Bahn ist das Land Nordrhein-Westfalen. Dieser Geländestreifen soll in Absprache mit den Landschaftsbehörden von uns ebenfalls betreut werden, sodass unser Schutzgebiet insgesamt eine Fläche von fünf Hektar umfasst. In der Preußischen Uraufnahme von 1841 war das Gebiet ein Teil der Haarenschen Heide. Mit unserer Namensgebung haben wir diese alte Flurbezeichnung wieder aufleben lassen.

Ortskundigen NABU-Mitgliedern war die Bedeutung des Gebietes als Brutplatz für den Kiebitz und weitere Wiesenvögel seit langem bekannt. Sie konnten mit einiger Genugtuung feststellen, dass Versuche, die Nutzung der Flächen zu intensivieren, wegen der alljährlich bis weit in das Frühjahr hinein andauernden Vernässung fehlschlugen. Bei solchen Verhältnissen war das Land für die meisten Nutzer nahezu wertlos. Dies und weitere, für uns günstige Umstände trugen dazu bei, dass Verhandlungen mit dem Ziel, die Flächen aus Privatbesitz zu erwerben, erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Der mit dem Vorbesitzer abgeschlossene Pachtvertrag läuft auch zurzeit noch. Der Pächter, ein Pferdehalter, mäht die Fläche, wenn die Vernässung dies zulässt. So kommt es zu einer recht späten Mahd. Unser Wunsch ist es, dass die extensive Bewirtschaftung fortgesetzt wird. Deshalb streben wir auch für die Zukunft eine einvernehmliche Regelung mit dem Pächter an.
Unsere Untersuchungen zur Erfassung aller Tier- und Pflanzenarten des Gebietes sind zwar noch nicht abgeschlossen. So viel aber lässt sich jetzt schon feststellen: Der inzwischen stark gefährdete Kiebitz ist weiterhin Brutvogel mit einigen Paaren. Die vom Aussterben bedrohte Bekassine hält sich mit mehreren Exemplaren zumindest zeitweise im Gebiet auf, wir konnten bisher über 40 überwinternde Bekassinen zählen. Im Randbereich kommt die gefährdete Zauneidechse vor, bei den Blütenpflanzen lassen bisherige Untersuchungen einige Seltenheiten erwarten. Der Einsatz von Geld und Zeit für den Kauf der Fläche hat sich also gelohnt!

Damit Offenland-Lebensräume, wie sie Wiesenbrüter nun einmal brauchen, ihren Wert behalten, reicht die jährliche Mahd allein manchmal nicht aus. In unserem Fall hat sich in der Mitte des Schutzgebietes ein Salweidenbestand eingefunden, der sich ausbreitet und in einer Weise entwickelt, die nicht mehr toleriert werden kann. Wir haben uns für ein Eingreifen entschieden und begonnen, das Gebüsch abzuräumen. Außerhalb der Brutzeit, im Herbst-Winter-Halbjahr, pflegen wir daher das Gebiet durch Schneiden des Aufwuchses. Was an anderer Stelle wünschenswert ist (Gebüsch und Hecken), gilt hier zumindest innerhalb der Fläche nicht: die am Boden brütenden Kiebitze und Bekassinen brauchen Rundumsicht gegen herannahende Feinde (z. B. den Fuchs), um rechtzeitig flüchten zu können. Im Winter 2007/2008 war die Fläche aber so nass, dass ein Pflegeeinsatz nicht möglich war.
Als Weiteres gilt es deutlich zu machen, dass das Schutzgebiet kein Ort für Freizeitaktivitäten sein kann. Hier soll das Aufstellen einer Schranke und einiger Schilder helfen, unerwünschte Besucher vom Betreten oder Befahren der Fläche abzuhalten. Diese Maßnahme zeigt bereits Wirkung. Zusätzlich ist geplant, die an der Grenze zum Kanalgelände vorhandenen Büsche durch einen Pflanzstreifen aus Ginster und weiteren niedrig bleibenden Sträuchern zu verbinden. Damit wollen wir die Störungen durch Benutzer des Betriebsweges mindern. Was wir aber nicht verhindern wollen sind Naturbeobachtungen. Diese sind bei der überschaubaren Größe des Schutzgebietes vom Rand aus weiterhin gut möglich.  

 

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