Fledermausschutz in Hamm

 

 

Seit 2013 weitere präzise  Fledermausdaten durch ausgeklügeltes technisches System.

 

Ansprechpartner

Robert Grunau

Schäferstraße 63       

59071 Hamm

 

 

 

Berichterstattung im WA am 11. Juni 2016

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Batman von Hamm_11_6_2016.pdf
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Fotos: Robert Grunau, Mücken- u. Teichfledermaus www.fledermauschutz.de






September 2015


Der HSC baut in Westtünnen eine

neue Bogensportanlage.


Der Verein sucht den Rat von NABU-

Experten, um geeignete  Maßnehmen

für den Artenschutz bei der Neugestaltung zu berücksichtigen.

 

Seit mehreren Jahren beobachtet Robert Grunau das Quartier von Fransenfledermäusen auf dem Hof Altena in Pedinghausen an der südlichen Stadtgrenze. Nun wurde es von NABU Vertretern aus Hamm und vom Landesverband aus Düsseldorf als erstes FLEDERMAUSFREUNDLICHES  HAUS in Hamm ausgezeichnet.

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Ausführliche Berichterstattung im Westfälischen Anzeiger am 3.9.2015
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Foto:J.Best
Foto:J.Best


 

 

 

Berichterstattung im WA

am 23. August 2012

 

 

 

 

Unterkunft angenommen

 

Im ersten Jahr haben vier Tiere im Fledermausbunker an Schacht 7 überwintert


HEESSEN „Das ist ein toller Erfolg.“
Robert Grunau, Fledermausexperte des Naturschutzbundes (Nabu) Hamm ist ganz begeistert. Als er im vergangenen Jahr im Rahmen der Abbrucharbeiten
an Schacht 7 der ehemaligen Zeche Westfalen den Sprengstoffbunker als Winterquartier herrichtete, rechnete er nicht damit, dass sich schon bald die ersten Tiere einfinden würden. Bei seinen zwei Kontrollgängen zählte er jedesmal
vier Langohrfledermäuse. „Eigentlich dauert es sonst
fünf bis sechs Jahre, bis so etwas angenommen wird“, sagtGrunau. Das Langohr steht, wie alle anderen Fledermausarten auf der Roten Liste der bedrohten Tiere. Es sei eine Waldfledermaus, die keinen sehr großen Radius habe. Daher
vermute er, dass die Tiere aus dem angrenzenden Heessener Wald stammten.
Im September hatte Grunau die Türe mit den Einflugloch abgeschlossen. Schon im Dezember entdeckte er die Tiere in den an der Decke befestigten
Hohlblocksteinen. Beim nächsten Kontrollgang waren es wieder vier, allerdings
befanden sie sich an anderen Stellen. „Daher kann ich nicht sagen, ob es dieselben Tiere waren, oder ob der Bunker von noch mehr Fledermäusen
genutzt wurde“, so Grunau. Im Januar waren die Tiere dann weg.
Für den nächsten Winter hofft er auf weitere Tiere und vor allem auch auf andere Arten von Fledermäusen. Große Hoffnung hat er, dass am Schacht 7 das Große Mausohr auftaucht. Diese Art sei seit 20 Jahren nicht mehr in Hamm gesichtet worden. 2011 seien dann gleich 20 Tiere gesehen worden. Gerade diese Art nahme gerne Bunker als Winterquartiere an.
Die Bedingungen, so hat er bei seinen Besuchen im vergangenen Winter festgestellt, waren am Schacht 7 ideal. Der Bunker liegt sehr ruhig und war komplett frostfrei. Direkt hinter dem Einflugloch herrschten niedrigere Temperaturen und eine Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. In der Tiefe des Bunkers waren die Temperaturen höher und die Luftfeuchtigkeit lag bei 90 Prozent.
Gehalten wird dieser hohe Wert sogar während des Sommers, weil das Wasser auf dem Bunkerboden immer in einer Höhe von zehn Zentimetern steht. Erreicht wird das durch einen ebenso hohen Metallkasten, der auf dem Bodenablauf befestigt wurde. Allerdings gibt es momentan ein Problem mit Schlamm, der sich durch den Ablauf hochgedrückt und im ganzen Bunker verteilt hat.
Platz wäre im Bunker für mehrere tausend Tiere. „Wir wären froh, wenn wir einmal
50 oder 100 zählen können“, sagt Grunau.
Ausdrücklich lobt er die sehr gute Zusammenarbeit mit der Ruhrkohle, insbesondere mit dem Projektleiter Konstantin Montemor. Der habe die Aktion des Nabu toll unterstützt. Auch über die Abbruchfirma Prümer, die vor Ort die Arbeiten durchführte, berichtet er nur Positives. Mit Material und Tatkraft hätten ihn die Mitarbeiter bei seiner Arbeit immer wieder unterstützt. Inzwischen habe sich zwischen der Ruhrkohle und dem Nabu eine gute Zusammenarbeit in Sachen Naturschutz entwickelt. Es sei bereits ein neues Projekt in Planung.

 

Mit freundlicher Genehmigung des Redakteurs Joachim Best

 

 

 

 R Ü C K B L I C K

 

 

Nachdem der NABU Hamm in den 80er Jahren nur sporadisch im Fledermausschutz aktiv gewesen war, engagierten sich die 1996 einige NABU-Mitglieder, um für den Schutz und die Förderung dieser Tiere aktiv zu werden. Es stellten sich viele unbeantwortete Fragen zum Vorhandensein der Fledermäuse in Hamm: Wo kommen Fledermäuse vor? Welche Arten sind es? Welche Lebensräume nutzen sie für die Jagd, wo überwintern sie, wo sind die Wochenstuben? Und vor allen Dingen: Was kann zu ihrem Schutz getan werden, wie kann man ihre Lebensbedingungen verbessern?

 

Sporadisch erhielt der NABU in den vergangenen Jahren Mitteilungen aus der Bevölkerung über Fledermausvorkommen. Oft waren es nur Flugbeobachtungen, selten genaue Hinweise auf Aufenthaltsorte im Sommer und Winter. 1997 wurden in Gebieten, in denen Fledermäuse vermutet werden konnten, von der Gruppe Fledermauskästen aufgehängt.

 

1998 interessierte sich die Fledermausgruppe für die kleineren Bunker, die auch in Hamm noch an vielen Stellen vorkommen. Oft musste mit den Grundstücksbesitzern nicht nur wegen des Einverständnisses für eine Begehung gesprochen werden, sondern es musste Überzeugungsarbeitgeleistet werden, bis die Besitzer einsahen, dass für den Schutz der seltenen und ökologisch wichtigen Tiere etwas getan werden sollte. Im gleichen Jahr konnte nach Abschluss eines Gestattungsvertrages mit der Kirchenverwaltung der Bunker auf dem Gut Caldenhof entrümpelt und so hergerichtet werden, dass Fledermäuse hier Verstecke und Hangorte finden konnten. Dieser Bunker war ebenso als Winterquartier geeignet wie der Bunker am Pilsholz (1999) und am Schirrhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes an der Lippe in Heessen (1999). Die Arbeiten wurden aus Mitteln des NABU Hamm finanziert, aber es wurden auch Fördergelder beantragt. Wenn keine Einflugmöglichkeiten bestanden, wurden schmale Schlitze in der Bunkertür hineingeschnitten. Während der Winterzeit konnten bei vorsichtigsten Begehungen in allen drei Bunkern überwinternde Tiere festgestellt werden. Ein ehemaliges Trafohaus in Freiske, das sich im Eigentum des NABU Hamm befindet, eignete sich als Sommerquartier.

 

2000 wurde die Arbeit der Gruppe mit dem Umweltpreis der Stadt Hamm ausgezeichnet - das Preisgeld kam natürlich dem Fledermausschutz zugute.

 

Im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit schloss sich der NABU 2000 an die bundesweit durchgeführte Aktion der "Fledermausnacht" an, die jährlich im August durchgeführt wurde. Mittlerweile verzeichnet die Aktion im Maximilianpark großen Zulauf, das Programm dieser Veranstaltung wird Jahr für Jahr umfangreicher.

 

2001 wurde eine Wochenstube der Zwergfledermaus mit über 300 Tieren gefunden, weitere Wochenstuben kamen hinzu. Mit der Firma DuPont konnte ein Gestattungsvertrag abgeschlossen werden, um auf dem Firmengelände Kästen anbringen zu können. Diavorträge und Exkursionen brachten das Thema in die Öffentlichkeit, auch Schulen interessierten sich.

 

2002 konnten mit dem Erwerb des zweiten Trafohauses in Wambeln ein weiteres Fledermausquartier geschaffen werden. Nach intensiver Berichterstattung in der Presse vermehrten sich die Meldungen aus der Bevölkerung über Funde. Weitere Auffunde von Wochenstuben machten eine professionelle Datenerfassung erforderlich. In Berge und Pelkum wurden weitere Reviere mit Kästen bestückt. Ein viertes Winterquartier konnte am stillgelegten Bahndamm in Kump an einer Unterführung optimiert werden. Beim Abschluss des Gestattungsvertrages mit der Deutschen Bahn unterstütze uns das Umweltamt der Stadt Hamm.

 

Vermehrt fanden Exkursionen statt, die Zahl der Diavorträge vor Gruppen und Vereinen stieg weiter an. Auch der Westdeutsche Rundfunk interessierte sich und drehte einen Filmbeitrag über den Fledermausschutz in Hamm.

 

2003 brachte die Jugendgruppe des NABU zehn Fledermauskästen im Frielicker Holz an und übernahm die Betreuung. Mit dem Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) konnte in der Westgeithe über den Erhalt von Baumhöhlen und Totholz gesprochen werden.

 

Als weitere Projekte plant die AG, ein Stromhaus auf einem Privatgrundstück herzurichten, die Kontakte mit dem Eigentümer sind vielversprechend. Ebenso sind Projekte an Schulen geplant. In Kirchtürmen und Kapellen sowie auf Bauernhöfen wollen die Arbeitsgruppenmitglieder auf Quartiersuche gehen.

 

In Hamm bestehen mittlerweile 37 "Kastenreviere", jeweils aus fünf bis sechs Fledermauskästen: zwei im Norden, sieben im Süden, sechs im Westen und 22 im Osten.

 

14 bis 16 Wochenstuben sind von der Fledermaus-AG bisher festgestellt worden: Zwei Wochenstuben der Fransenfledermaus, drei der Wasserfledermaus, eine der Breitflügelfledermaus und acht bis zehn der Zwergfledermaus.

 

 

Zwergfledermaus-Pflegling, Foto: R.Grunau
Zwergfledermaus-Pflegling, Foto: R.Grunau

 

Fledermäuse unter der Bundesautobahn A 1

 

 

Schon 2008 erhielt der Hammer Fledermausschutz einen Hinweis auf ein Quartier an einer Bachunterführung unter der Autobahn. Es handelt sich hier um das Braune Langohr, eine reine Waldfledermaus. 40 Tiere konnten gezählt werden, vermutlich bewohnen sie dieses Quartier schon seit Jahren, es handelte sich sogar um eine Wochenstube.

Gefahr war im Verzug, weil der sechsspurige Ausbau von A1 und A2 schon begonnen hatte. Mit Hilfe des NABU-Vorsitzenden wurde Verbindung zum Straßenbauamt NRW hergestellt mit der Bitte, den Erhalt dieses Quartieres bei weiteren Planungen sicher zu stellen. Im Jahr 2010 wurde unter Beteiligung des NABU Hamm ein Gutachten erstellt, das unter anderem ergab, dass die Fledermäuse dort auch ihren Winterschlaf abhalten. Von der Behörde Straßen NRW werden Durchführungsmaßnahmen zur Umsetzung des Quartiers geplant.

 

 

Breitflügelfledermäuse - größtes Quartier in NRW aufgespürt

 

Ein Jungtierfund in Hamm wurde als Breitflügelfledermaus erkannt. Umgehend überprüfte Fledermausexperte Robert Grunau den Fundort und entdeckte das Quartier in dem Gebäude im Hammer Westen. So viele Tiere leben dort unter einer Blechkante des Daches, dass es sich als das größte Quartier in NRW erwies. Den Bewohnern war die Anwesenheit der Tiere ganz und gar nicht angenehm. Auf hartnäckiges Betreiben von Robert Grunau wurde das Quartier unter Schutz gestellt.

Er musste viel Aufklärungsarbeit betreiben, auch die Medien interessierten sich für seine Bemühungen. Die Tiere verweilen nur von April bis Juli dort, sie halten sich abwechselnd in sechs verschiedenen Schlupfwinkeln am Haus auf, so dass die Belästigung durch die unter Schutz stehenden Tiere immer nur ein paar Tage besteht. Eine anstehende Haussanierung wird von der oberen Landschaftsbehörde sowie vom NABU - Fledermausschutz in Hamm begleitet werden, so dass die Fledermäuse ihr Zuhause behalten können.

 

 

Ein neues Winterquartier

 

An Schacht 7 entstand 2010 ein neues Winterquartier für Fledermäuse.

Ein ehemaliger Sprengstoffbunker der Ruhrkohle in Heessen wurde

dem Fledermausschutz zur Nutzung angeboten.