Artenschutz - Amphibien

Ansprechpartner

Udo Seifert

An der Spierkuhle 20

59077 Hamm

 

Im Jahr 2014

wurden mit zahlreichen Helfern Schutzzäune im Gebiet Pilsholz und an der Fährstraße errichtet, dort sogar auch an der östlichen Seite für den Rückweg der Amphibien nach dem Ablaichen.

Aktuelle Daten zu den Amphibienschutzanlagen können Sie über die Schutzzaundatenbank abrufen.

 

Seit 1985 engagieren wir uns im Amphibienschutz. Die Uedinghoffstraße in Heessen war die erste Straße, an der wir in abendlichen und morgendlichen Aktionen Erdkröten und Grasfrösche vor dem Überfahrenwerden bewahrten.

 

In gleicher Weise waren wir an der Ermelinghofstraße, Baumstraße, am Renninghofweg, Frielicker Weg sowie an den Straßen In der Lengde und In der Becke aktiv.

Praktisch sieht der Amphibienschutz einfach aus, ist aber mit viel Fleiß und Arbeit verbunden. Im Winter verbergen sich Erdkröten und Grasfrösche in Verstecken, in denen sie die entbehrungsreiche kalte Jahreszeit überwinden können. Sind die Bodentemperaturen auf etwa 5 Grad angestiegen, beginnt die so genannte Laichwanderung. Straßen, die sie dabei queren müssen, sind für viele Individuen die Endstation: sie werden überfahren.

 

Unsere Mitglieder spannen kniehohe Zäune, die dicht am Erdboden anliegen und graben alle zehn bis 15 Meter Eimer ein, in die Erdkröten und Grasfrösche (teils schon verpaart) hineinfallen. Nach der morgendlichen und abendlichen Kontrolle der Eimer werden die Tiere auf der anderen Straßenseite sicher wieder abgesetzt.

Mehrere Tausend Tiere werden so Jahr für Jahr vor dem Überfahrenwerden bewahrt.

 

An mehreren Straßen sind seit einigen Jahren feste Fangzäune aus Holz und Querungsrillen im Straßenkörper installiert worden.

 

Es ist im Übrigen nicht so, dass die Individuen immer nur den Teich aufsuchen, aus dem sie selber geschlüpft sind. So wählerisch dürfen sie auch nicht sein, weil es sonst die Fortpflanzung erheblich gefährden würde. Unsere Landschaft ist einem steten Wandel unterworfen. Teiche und Tümpel verschwinden, weil sie z. B. gezielt zugeschüttet werden oder einer Baumaßnahme weichen müssen. An anderer Stelle entstehen (z. B. in Bergsenkungsgebieten) von selbst oder gezielt angelegt neue Gewässer. Die Amphibien sind so flexibel, dass sie zwar die grobe Richtung zum Laichgewässer einhalten, aber auch andere Teiche als Laichgewässer annehmen, die auf ihrem Zugweg liegen.

 

Außerdem ist es genetisch vorgesehen, dass ein Teil einer frisch geschlüpften Generation neue Teiche aufsucht. Zur Arterhaltung ist dieses Verhalten auch zwingend notwendig. Wäre es anders, würden neue Gewässer von Amphibien nur sehr langsam oder nur durch direkte von Menschen unternommene Umsiedlungsmaßnahmen besiedelt.

 

Von etwa 3000 Eiern, die ein Grasfrosch in einem Laichklumpen ablegt, überstehen nur einige Hundert Einzeltiere die ersten Monate. Das erste Jahr werden etwa zehn Prozent überleben.

 

Um die genetisch bedingte Sterberate durch den hier sicher nicht vorgesehenen Straßentod nicht noch weiter zu senken, sehen wir unser Engagement im Amphibienschutz als sinnvoll an.