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Trafohäuschen

Ansprechpartner
Robert Grunau
Schäferstraße 63
59071 Hamm

Hinsichtlich einer Nutzung von Trafohäuschen für Naturschutzzwecke hatten wir bereits vor einigen Jahren Kontakt mit den Stadtwerken Hamm aufgenommen. Bei den noch in Betrieb befindlichen Anlagen war eine derartige Nutzung jedoch aus Sicherheitsgründen nicht zulässig. Hin und wieder aber werden bei der Modernisierung des Leitungsnetzes im ländlich geprägten Außenbereich der Stadt Hamm einzelne Trafohäuschen funktionslos. Die Folge wäre der Abriss der Gebäude gewesen. Wir sahen hier die Möglichkeit, die leer stehenden Gebäude so umzurüsten, dass sie für den Artenschutz nutzbar wurden.

Die Stadtwerke kamen uns entgegen, und so konnten wir 1998 das erste vom Netz genommene Trafohäuschen am Hellweg im Ortsteil Freiske (Bild unten links) erwerben. Etwas später hinzu gekommen ist eine weitere Trafostation, der "Kuhweide Turm", im Ortsteil Wambeln. Letztere steht im Randbereich des Naturschutzgebietes "Unterer Bewerbach".

Die mit dem Kauf der Gebäude erworbenen Flächen sind nur sehr klein. Lebensraumfunktionen können diese Flächen kaum übernehmen. Dafür aber bieten die turmartigen Gebäude bei entsprechender Herrichtung vielfältige Lebens-, Brut-, Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten für Tiere. Infolge der geänderten Bauart moderner Gebäude schwinden solche Möglichkeiten immer mehr, und das selbst an den Wirtschaftsgebäuden in der Landwirtschaft.

In der Umgebung unserer "Türme" sind noch gute bis sehr gute Nahrungsbiotope für Tiere vorhanden. Es lohnt sich also, Besiedlungsmöglichkeiten für viele Arten zu schaffen.

Als erste Maßnahmen erhielten die Gebäude ein Stück unterhalb des Daches Zwischendecken aus Kanthölzern. Diese waren erforderlich, um Nisthilfen für die Schleiereule einbauen zu können. Verteilt angeordnete Einflugöffnungen ermöglichen nun Fledermäusen und Schmetterlingen die Nutzung der Innenräume. Am "Freisker Turm" wurden Nisthilfen für den Turmfalken und andere Gebäudebrüter angebracht. Niststeine für Wildbienen fanden an der südlichen Außenwand ihren Platz.


Mit diesen bisher durchgeführten Maßnahmen sind die Möglichkeiten, die die "Türme" bieten, gewiss noch nicht ausgeschöpft. Unsere Überlegungen hinsichtlich der Nutzung gehen also weiter. So ist auch daran gedacht, am "Kuhweide-Turm" eine Info-Tafel über Sinn und Zweck unserer Einrichtung anzubringen. Vielleicht lassen sich diese Informationen verbinden mit Darstellungen zum dort ausgewiesenen Naturschutzgebiet? Naturverbundene Menschen, die die reizvolle Landschaft am Bewerbach zu Fuß oder mit dem Rad durchwandern, würden dies sicher begrüßen.

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